Lesung: Familiengeschichten aus Arpshagen


Horst Lederer, Ehrenmitglied des Fördervereins und ehemaliger Sprachlehrer aus Grevesmühlen, las am 20. Januar 2019 aus seinem autobiografischen Text „Die Familien Lederer aus Arpshagen“ im Literaturhaus „Uwe Johnson“.

Der Andrang war groß und nicht alle Interessierten konnten Platz finden. Horst Lederer schilderte auf eine höchst lebendige und anschauliche Art seine Kindheitserlebnisse und die Geschichte seiner Familie in Arpshagen. Am 3. Mai 1945 kam er mit seiner Mutter, seiner Tante und anderen Verwandten in drei Treckwagen in Oberklütz an. Die Familien hatten ihre Heimat in Pommern verlassen, ihre Flucht vor der Roten Armee endete im Klützer Winkel. Etwas später zogen sie in das Gutshaus von Arpshagen, einem heutigen Ortsteil von Klütz. Viele Flüchtlingsfamilien waren dort untergebracht. Der Autor schilderte den entbehrungsreichen Alltag und das enge, im Großen und Ganzen aber friedliche Zusammenleben.

„Junkerland gehört in Bauernhand“, unter diesem Motto erfolgte in der damaligen Sowjetischen Besatzungszone im Jahr 1945 die Bodenreform und die folgende Neuverteilung des Landes. Auch die Familien Lederer kamen durch eine sogenannte „Verlosung“ in den Besitz von Ackerland. In Arpshagen trat die Bodenreform am 19. Oktober 1945 in Kraft. Im Zuge dessen wurde der Grund und Boden der Grafenfamilie von Bothmer enteignet und neu verteilt.

Auch heitere Geschichten von der täglichen Zugfahrt zwischen Klütz und Grevesmühlen im sogenannten „Klützer Kaffeebrenner“ gab der Autor zum Besten. Sehr zum Vergnügen der Zuhörer, die zum Teil noch selbst diese Strecke in ihrer Schulzeit gefahren waren.

Text und Bild: Barbara Stierand

Nachlesen kann man die Lebenserinnerungen von Horst Lederer auch in dem Buch „Alltagsleben nach 1945 in Mecklenburg“.

Mehr zur Lesung auf der Homepage der Stadt Klütz

https://kluetz-mv.de/tourismus-kultur/sehenswuerdigkeiten/johnson/veranstaltung/artikel/familiengeschichten-aus-arpshagen.html