
»Dieses Buch ist unwiderstehlich. Zugleich leichtfüßig und ernst, zärtlich und brutal, ironisch und ehrlich.« Siri Hustvedt
Ein junger Mann leidet unter panischer Angst, verrückt zu werden. Kein Wunder, denn in seiner Familie ist der Aufenthalt in der Psychiatrie fast schon normal.
Im Biologieunterricht nimmt er die Vererbungslehre durch. Die Nachkommen von Meisen sind Meisen. Die Nachkommen von Kürbissen sind Kürbisse. Was sind dann die Nachkommen seines depressiven Vaters, seiner alkoholabhängigen Mutter, seines schizophrenen Großvaters, seiner bipolaren Großmutter? Er macht eine erste Hochrechnung: Depression: zu vierzig Prozent erblich. Alkoholabhängigkeit: Zu fünfzig Prozent erblich. Bipolare Störung: Zu achtzig Prozent erblich. Die Prognose? Hundertprozentig schlecht.
Er versucht es mit Flucht: Nach New York, nach Paris, nach Wien. Er versucht es mit Angriff: Er wird Psychologe, arbeitet in der Psychiatrie. Ausgerechnet dort, wo er nie hinwollte, sieht er die Geschichte seiner Familie in einem neuen Licht.
Leon Engler, geboren 1989, wuchs in München auf und studierte Theater-, Film-, Medien-, Kulturwissenschaft und Psychologie in Wien, Paris und Berlin. Er veröffentlichte zahlreiche Theaterstücke, Hörspiele und Kurzgeschichten und wurde 2022 mit dem 3sat-Preis beim Bachmann-Wettbewerb ausgezeichnet. Er ist tätig als Autor, Psychologe und Dozent für Psychologie und Literarisches Schreiben und hostet den Psychiatrie-Podcast ›Die Wahrheit irgendwo hier drinnen‹. ›Botanik des Wahnsinns‹ ist sein Debütroman.
Eintritt: 10 Euro, erm. 8 Euro
Bitte reservieren Sie Ihre Karte telefonisch 038825-22387 oder per E-Mail an service@literaturhaus-uwe-johnson.de. Die Karten erhalten Sie dann an der Abendkasse. Sie öffnet eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn.
Die Veranstaltung wird gefördert vom Landkreis Nordwestmecklenburg und dem Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten MV.
Foto Leon Engler (c) Niklas Berg