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Gregor Sander: Troja, später Nachmittag

11. Dezember | 19:00 - 20:30
10,00 €

Ein Mecklenburger auf der Suche nach Troja – und eine der Geschichten vor unserer Haustür

Wer in Kalkhorst die Heinrich-Schliemann-Straße entlangfährt, entdeckt am Straßenrand einen Hinweis auf einen berühmten ehemaligen Bewohner des Ortes. Ein schmaler Pfad führt durch den alten Pfarrgarten zu einem kleinen achteckigen Pavillon. Hier soll vor fast 200 Jahren ein Junge gesessen und Latein gelernt haben. Sein Name: Heinrich Schliemann. Rund anderthalb Jahre, von 1832 bis 1833, lebte er bei seinem Onkel, dem Kalkhorster Pfarrer Friedrich Schliemann. Zu Weihnachten 1832 schenkte er seinem Vater einen selbst verfassten lateinischen Aufsatz über den Trojanischen Krieg. Jahrzehnte später sollte er als Entdecker Trojas weltberühmt werden.

Diesem ebenso abenteuerlichen wie widersprüchlichen Leben widmet sich Gregor Sander in seinem Roman „Troja, später Nachmittag“. Er erzählt von einem Jungen aus Mecklenburg, der von der großen weiten Welt träumt, von einem Mann, der als Kaufmann ein Vermögen verdient, um die halbe Welt reist und sich immer wieder neu erfindet. Von Amsterdam über Sankt Petersburg bis nach Amerika und schließlich nach Griechenland führt ihn sein Weg. Doch bei allem Erfolg bleiben zwei große Sehnsüchte: die nach den Helden und Schauplätzen der antiken Sagen – und die nach seiner Jugendliebe Minna, die längst einen anderen geheiratet hat.

Gregor Sander erzählt diese Geschichte mit Tempo, Witz und einem feinen Gespür für die Widersprüche seiner Hauptfigur. Denn Schliemann war nicht nur Entdecker, Abenteurer und Geschäftsmann, sondern auch ein begnadeter Geschichtenerzähler, der es mit der Wahrheit über sein eigenes Leben nicht immer allzu genau nahm. Seine eigene Biografie hat er später kräftig ausgeschmückt und so an seiner Legende mitgeschrieben. Was ist historisch verbürgt, was erfunden? Und spielt das für einen guten Roman überhaupt eine Rolle?

„Troja, später Nachmittag“ ist ein ebenso unterhaltsamer wie kluger Roman über Ehrgeiz, Sehnsucht, Liebe und die Macht der Literatur. Und über einen Mecklenburger, der in der ganzen Welt zu Hause war und doch nie ganz von seiner Herkunft loskam.

Gregor Sander, 1968 in Schwerin geboren, lebt als Schriftsteller in Berlin. Seine Romane und Erzählungen wurden vielfach ausgezeichnet. „Troja, später Nachmittag“ erschien 2026 im Penguin Verlag.

 

Kartenvorbestellungen werden empfohlen unter Telefon: 038825-22295 oder per E-Mail an: service@literaturhaus-uwe-johnson.de. Die Abendkasse öffnet eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn.

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